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Gütertransport der Zukunft

Gerade jetzt zur Ferienzeit fällt es uns besonders auf: Die Autobahnen sind voll und das liegt nicht zuletzt an den vielen Lastwagen auf den Schnellstraßen. Kommt es zum Elefantenrennen, einem Überholmanöver des einen Lastwagen gegenüber dem anderen, sind alle dahinter genervt.

In der Schweiz scheint dieses Problem noch akuter, sodass sich das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), vergleichbar mit dem deutschen Verkehrsministerium, die Aufgabe gesetzt hat, das Verkehrsaufkommen im Land zu reduzieren.

Unterirdischer, unbemannter Gütertransport

Als mögliche Zukunftslösung für den Gütertransport stellte die Behörde in diesem Jahr Cargo Sous Terrain vor: den Gütertransport über unbemannte, unterirdische Züge. An dem Projekt beteiligen sich verschiedene Firmen aus dem Einzelhandel sowie die SBB, ein Logistikdienstleister und die Schweizerische Post.

In den kommenden 15 Jahren soll eine Teststrecke gegraben und gebaut werden. Und bereits ab dem Jahr 2030 sollen die unbemannten circa 30 Stundenkilometer schnellen, elektrischen und gekühlten Transportfahrzeuge 24 Stunden täglich durch den dreispurigen Tunnel über etwa 70 Kilometer Länge rauschen. Zum Vergleich: Am Mammutprojekt Gotthardtunnel, der nur 17 Kilometer lang ist, wurde 17 Jahre lang gebaut.

Bis der unterirdische Gütertransport also tatsächlich Realität wird, könnten noch einige Jahre ins Land ziehen. Bis dahin werden wir wohl weiter auf die unbeliebten Lastwagen angewiesen sein. Doch diese sollen, wenn sie schon anstrengend bleiben, nun wenigstens in Sachen Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß möglichst effektiv gefahren werden.

Platooning macht Lastwagen umweltschonender

Das Zauberwort heißt hier Platooning, zu Deutsch etwa „im Konvoi fahren“. Denn fährt ein Lkw im Windschatten eines anderen spart dies Treibstoffverbrauch und reduziert den Schadstoffausstoß der Fahrzeuge. Doch so nah beieinander fahren kann an den Nerven der Lastwagenfahrer zerren, im schlimmsten Fall zu Unfällen führen.

Deshalb sollen die tonnenschweren Fahrzeuge das Platooning nun selbst übernehmen, dank Sensoren und Technik teilautonom für eine sichere Fahrt im Verbund sorgen. Bis 2020 solle das selbstständige Konvoifahren im Gütertransport laut VW Chef für Lastwagen, Andreas Renschler, realisierbar sein. Die Technik sei bereit, lediglich das Gebot eines Abstandes von mindesten 50 Metern zwischen den Lastwagen müsse aufgehoben werden.
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Bilder: Cargo Sous Terrain