Wo es bislang nur ein Luxussegment im Bereich der Autos gab und man sich unter Privatjetsuiten und gesonderten Separees im Airbus etwas vorstellen konnte, zieht nun auch der Zugverkehr nach und verschafft Passagieren das ultimative Highclass-Gefühl – zumindest in Japan. Dort entschied man sich gleich eine neue Dimension des Personentransports auf Schienen einzuschlagen, nachdem es 2013 so gut mit den Retro-Zugentwürfen für den Seven Stars Luxuszug des Designers Eiji Mitooka lief.

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In einem Land, das für seine schnellen  ohnehin schon futuristisch-edlen (oder verrückten) Züge (der Katzenzug) und perfekt eingehaltenen Zeitplänen bekannt ist, scheint dies kein Problem zu sein. Der Bahnverkehr sollte eine gründliche Aufwertung erfahren und so beauftragte die japanische JR East Bahn-Gesellschaft den Designer und Ken Okuyama einen gesamten Schlaf-Zug zu gestalten. Dieser hat bereits Erfahrung in Sachen Zuggestaltung: Er arbeitete an dem E6 und dem E7 Hochgeschwindigkeitszug von JR East. Auch ist der Designer für seine Entwürfe für Ferrari bekannt, wobei seine Kreativität bislang auch vor Robotern nicht Halt machte. Was aber bei dem Okuyama Cruise Train heraus kam, sieht besser aus als so manches Hilton oder Ritz Carlton Hotel und beinhalten beinahe denselben Komfort.

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Die verarbeiteten Materialien sind hochwertig und naturbelassen, das Gesamtkonzept sehr organisch. Es strahlt einen sehr modernen aber gleichzeitig retro-futuristischen Look aus. Wie das geht? Am besten sieht man das auf den Bildern. Die Abteile sind in Stockwerke, oder Waben aufgeteilt, sodass so wenig wie möglich Platz verschwendet wird. Die Möbel sind funktionell und edel. Beispielsweise lassen sich die Sofastühle zu Betten aufklappen. Während im oberen Teil des Wagons ein Wohnbereich angesiedelt ist, sind auf der unteren Ebene der Schlafraum und ein eigenes Badezimmer vorhanden.

Okuyama Cruise Train - Schlafen und Leben

Okuyama Cruise Train-Wohnraum Badezimmer

Der Speisewagen sieht angenehm privat und nobel aus. Ein Highlight des Zuges ist sicherlich das sogenannte Deck. Der Okuyama Cruise Train mündet hier in einem offenen, weitläufigen Raum mit riesiger Fensterfront. Man kann es sich während der Fahrt in der Sofalounge mit den kleinen Tischen gemütlich machen und den Ausblick aus dem fahrenden Gefährt genießen.

Okuyama Cruise Train-Deck

Wie teuer ein Ticket wird, lässt sich vielleicht anhand der allgemeinen Kosten und der Fasskraft des Zuges abschätzen. Der Okuyama Cruise Train soll an die 49.3 Millionen Dollar kosten und etwa 34 Passagiere aufnehmen können.  Billig wird es nicht. Vor allem da der Shinkansen in Japan immer noch einer der beliebtesten und relativ erschwinglichen Transportmethoden ist. Der Zug soll 2017 die Gleise erobern und eine neue Ära Komforts innerhalb des Zugverkehrs darstellen.

Text: Anna Lazarescu

Bilder: Okuyama Design

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