
Wer an öffentliche Verwaltung denkt, hat oft Aktenberge, langwierige Prozesse und starre Hierarchien vor Augen. Das Creative Bureaucracy Festival tritt an, um genau dieses Bild zu verändern und die Innovationskraft von Behörden in den Mittelpunkt zu rücken.
Was ist das Creative Bureaucracy Festival? Das Creative Bureaucracy Festival gilt als das weltweit größte Festival für Innovationen im öffentlichen Sektor. Am Donnerstag, den 11. Juni 2026, versammelt das Event in seiner neunten Ausgabe im Festsaal Kreuzberg in Berlin über 2.000 Teilnehmende aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft.
Das zentrale Ziel des Festivals ist es, Routinen zu hinterfragen und zu ergründen, wie eine bessere und modernere Bürokratie von innen heraus entstehen kann. Dabei soll ein spürbarer Kulturwandel innerhalb der Behörden gefördert werden. Weg von einer verhindernden „Nein, weil“-Mentalität hin zu einer lösungsorientierten „Ja, wenn“-Kultur, die Experimentierfreudigkeit und neue Ideen ausdrücklich begrüßt.
Die Veranstaltung bietet auf unterschiedlichen Bühnen, darunter die „Club Stage“, die „Factory Stage“, die „Garden Stage“ und die „Circle Stage“, ein dichtes und abwechslungsreiches Programm. Die diskutierten Themen decken die dringendsten Fragen der Verwaltungsmodernisierung ab und reichen von KI-Governance und föderalem Datenmanagement bis hin zu neuen Arbeitsmethoden, digitaler Jugendbeteiligung und dem Wandel des Schulsystems.

Wer macht das?
Die Idee und das Konzept gehen auf den renommierten Stadtforscher Charles Landry zurück, der den Begriff der „kreativen Bürokratie“ prägte und das Festival gemeinsam mit Sebastian Turner ins Leben gerufen hat. Charles Landry fungiert heute als Co-Gründer und Präsident des Festivals. Ein zentraler und tragender Partner des Events ist die „PD – Berater der öffentlichen Hand“, deren Geschäftsführer Philip von Haehling die Handlungsfähigkeit der Verwaltung als harten Standortfaktor betont.
Darüber hinaus wird das Event von einem breiten Netzwerk aus institutionellen Partnern getragen. Im Programm finden sich Sessions und Panels, die unter anderem von der Falling Walls Foundation, der Bertelsmann Stiftung, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie der Konrad-Adenauer-Stiftung gehostet werden.

Warum ist es wichtig?
Das diesjährige Leitmotiv des Festivals lautet „Creative Bureaucracy – Stronger Democracy“. Vor dem Hintergrund des weltweit wachsenden Drucks auf demokratische Systeme steht die dringliche Frage im Mittelpunkt, wie öffentliche Verwaltungen innovativer, schneller und effektiver agieren können. Eine funktionierende, bürgernahe und wandlungsfähige Verwaltung ist kein Selbstzweck, sondern leistet einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung und zum Erhalt der Demokratie. Das Festival diskutiert folglich die ganz großen Fragen: Wie modernisiert man staatliche Institutionen, ohne demokratische Werte aus den Augen zu verlieren, und welchen Staat brauchen wir überhaupt, um den aktuellen globalen Herausforderungen zu begegnen?
Ein weiterer essenzieller Aspekt des Festivals ist die Sichtbarmachung der sogenannten „Unsung Heroes“ – jener alltäglichen Gestalterinnen und Gestalter im öffentlichen Sektor, deren Arbeit oft im Verborgenen stattfindet. Durch Auszeichnungen wie den „Creative Bureaucracy Award“ werden Menschen geehrt, die sich unermüdlich für das Gemeinwohl einsetzen. Ein Beispiel hierfür ist die Auszeichnung des Politikers und Verwaltungsmitarbeiters Matthias Ecke, der trotz eines schweren körperlichen Angriffs im Wahlkampf nicht aufgab und sich weiterhin entschieden gegen Rechtsextremismus und für eine starke, wehrhafte Demokratie einsetzt.

