603 Kilometer pro Stunde – so sieht der neue in Japan erreichte Weltrekord für die Schnelligkeit eines Zuges aus.

Japaner sind einfach die Akkuratesten, wenn es um Pünktlichkeit im öffentlichen (Nah-)Verkehr oder außergewöhnliches Zugdesign geht. Auch sind sie die Schnellsten, und das nicht erst seit gestern. Am 21.04. 2015 gelang es den Japanern mal wieder einen neuen Rekord auf einer Teststrecke mit einem ihrer Maglev Züge aufzustellen. Bisher lag der erreichte Wert der Central Japan Railway Company bei immerhin schon beeindruckenden 590 km/h. Erst einige Tage alt, war dieser Spitzenwert, der auf der Strecke in der Yamanashi Präfektur im Westen Tokyos erreicht wurde. Davor war es ebenfalls die japanische Bahnfirma, die im Jahr 2003 den Rekord aufstellte.

Testfahrten für eine schnellere Zukunft

All diese Streckendurchläufe und blitzschnellen Testfahrten dienen dazu, die Züge bald für Passagierfahrten freigeben zu können. Der Maglev Zug soll die japanische Hauptstadt mit Nagoya verbinden und die Distanz von 286 Kilometern in nur 40 Minuten überbrücken. Zwar sollen dafür 505 Kilometer pro Stunde schon mehr als ausreichend sein, aber für 2027, wenn das System einsatzbereit sein soll, müssen Sicherheitsstandards, Strecken, Technik und Züge komplett kompatibel gemacht und Gefahren aus dem Weg geräumt werden. Seit Oktober 2014 wird an der weltweit offiziell schnellsten Zugverbindung gebaut. Der Zug schwebt quasi durch magnetische Schwingungen und der „L-Zero“-Technologie, die durch Magneten erzeugt werden über den „Gleisen“. Sobald die Linie in Betrieb genommen wird, sollen folgende Stationen angefahren werden: Tokyo Shinagawa, Sagamihara in der Präfektur Kanagawa, Kofu in der Präfektur Yamanashi, Iida in der Präfektur Nagano, Nakatsugawa in der Präfektur Gifu und schließlich Nagoya.

Export der Technik aus Japan

Japan hat vor, sein Wissen und das dazugehörige technische Gear an die USA zu vermarkten und eine Kollaboration zu starten. Japan Rail Central visiert dafür eine Verbindung zwischen Washington und New York an. Diese Strecke würde innerhalb von weniger als einer Stunde Passagiere von einer Stadt in die andere befördern. Die japanische Regierung bot sogar an, den USA vier Milliarden der acht dafür benötigten Milliarden Dollar zu leihen, um den Bau des ersten Streckensegments zwischen DC und Baltimore zu finanzieren. Mal schauen, was vom Land der aufgehenden Sonne gelernt werden kann.

Text: Anna Lazarescu

Bilder: fotolia.de

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